Geschichte

Die Asenhamer Schäfflertanzgruppe

Auszug aus Band II und III der Bad Birnbacher Heimathefte mit Ergänzungen 

Der Schäfflertanz hat in Bayern, insbesondere in der Stadt München schon eine sehr lange Tradition. Die meisten bekannten, einschlägigen Abhandlungen zu diesem Thema berichten, dass in der bayerischen Landeshauptstadt seine Wiege gestanden hat. Wann der Schäfflertanz allerdings zum ersten Mal in München aufgeführt wurde, darüber kann man in der Literatur unterschiedliche Angaben feststellen. 

Wie kam nun der doch zunächst in der Landeshauptstadt München beheimatete Schäfflertanz nach Asenham in der Marktgemeinde Bad Birnbach? Leider fehlen schriftliche Aufzeichnungen oder gar eine Art Vereinschronik. Zum Glück aber ist durch das weitergegebene Wissen und durch teilweise selbst Erlebtes verschiedenen Asenhamer Bürger noch ein relativ guter Überblick über das Werden und Wirken der Asenhamer Schäfflertanzgruppen möglich. 

Das ist zunächst einmal Alfons Maier sen. (geb. 1915) aus Steiner bei Asenham zu nennen, der selbst seit 1979 Schäfflermeister der Asenhamer Schäffler war und von 1931 bis 1987 bei den Aufführungen mitwirkte. Besonders glücklich auch der Umstand, dass seine Onkel Albert und Hermann Maier und deren Cousin Josef Maier ihrem Neffen noch das Wissen aus den Anfängen der Asenhamer Schäffleraktivitäten vermittelt haben. So stammt denn auch das meiste, was in diesem Aufsatz über die Asenhamer Schäffler geschrieben steht und an Bildern abgedruckt ist, von Alfons Maier sen. Darüber hinaus kamen noch wertvolle Informationen und Anregungen von Fritz Aigner sen., Asenham und Josef Maier, Holzhäuser. 

Das Wissen um den Schäfflertanz haben drei Asenhamer aus München in das verträumte Dorf im verschlungenen Rott-Seitental mitgebracht. Es waren dies der Kramer Reßlhuber und der Landwirt Franz Hartl, beide aus Asenham, sowie Alois Stöger aus Stürzholz (der Vater de späteren Asenhamer Bürgermeisters). 1894 war die erste Aufführung eines Schäfflertanzes in Asenham. Franz Hartl, so wird erzählt, hatte damals in München gearbeitet und die Tanzfiguren genau studiert und auch aufgezeichnet. Gemeinsam mit Reßlhuber und Stöger wurden dann Aufführungen des Münchner Schäfflertanzes besichtigt und das notwendige Detailwissen mit nach Asenham gebracht. Jeweils genau sieben Jahre später, 1901 und 1908, erfolgten die zweite und dritte Aufführung. 

Mit den Vorbereitungen zur vierten Aufführung im Winter 1924/25 setzte das persönliche Erleben von Alfons Maier sen. ein, der damals zehn Jahre alt war. Er hat noch zugeschaut, als sein Onkel Albert Maier nach einer längeren Aufführungspause in der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit zuhause in der Wohnstube in Steina die ersten Vorbereitungen für den Schäfflertanz 1925 in die Wege leitete. Er weiß noch, wie sein Onkel beim Besenbinden an langen Winterabenden die Tanzschritte aus dem Gedächtnis heraus vorführte und von Neuem zur Einübung brachte. Und tatsächlich trat die Asenhamer Schäfflertanzgruppe im Fasching des Jahres 1925 wieder auf.